Geschichte für eine Cowboy und Indianer Party - "Will und Aufgehende Sonne"

Meine kleine Schwester hat sich von mir zum Geburtstag eine Geschichte gewünscht. Sie hat eine Cowboy und Indianerparty gefeiert und es war ein Tipi im Garten aufgestellt. Irgendwann haben sich alle eingeladenen Kinder vor dem Tipi versammelt und ich habe ihnen meine Geschichte vorgelesen. Alle waren ganz still und mussten sehr lachen, denn jedes Kind, das eingeladen war, hat in meiner Geschichte eine kleine Rolle gespielt.

 

Für meinen Blog habe ich die Namen alle geändert. Vielleicht möchtet ihr auch mal eine Cowboy- und Indianer oder Wilder Westen-Party feiern? Dann könnt ihr meine Geschichte gerne verwenden und die Namen der Kinder einfach austauschen.

 

Viel Spaß!

 

Eure Leseratte Anni

 

 

Will und Aufgehende Sonne  

 

Weit in einem entfernten Land, mitten in der Prärie, lebte ein gutaussehender Cowboy namens Will Midway.  Er lebte in einem kleinen Haus in der Mitte eines kleinen Dorfes. Hier herrschte Frieden. Doch etwas weiter an der Grenze lebte der Indianerstamm rote Tatze. Bisher hatte es noch keinen großen Streit gegeben. Doch nähern, sollte man sich der Grenze lieber nicht. 

 

Eines Morgens machte Will sich auf dem Weg zur Koppel, auf der sein Pferd Woddy zusammen mit ein paar anderen Ponys grasten.  Die beiden Cowgirls Kinder Nana und Emma, waren gerade dabei ihre Ponys zu striegeln.  Will winkte ihnen zu und nahm Woddys Sattel vom Zaun. Dann stieß er einen Pfiff aus. Woddy spitzte die Ohren und kam im Galopp auf Will zu galoppiert. Als das Pferd vor ihm stand klopfte Will ihm den Hals und hievte den Sattel auf Woddys Rücken. „Na mein Großer! Heute wollen wir ein wenig jagen, ich habe gehört, dass eine Kuhherde bei der Grenze am Fluss im Moment auf Durchreise ist“, sagte Will zu Woddy und legte ihm das Zaumzeug an.

 

„Oh darf ich mitkommen?“, hörte Will ein kleines Stimmchen hinter sich. Er drehte sich um. Vor ihm stand Maya, ein kleines Cowgirl Mädchen. Sie war immer wild auf neue Abenteurer.

 

„Oh tut mir leid, aber das ist nur was für Erwachsene“, lachte Will und schwang sich auf Woddys Rücken.

 

„Schade“, murmelte Maya.

 

Will grinste und ritt los.                                          

 

Im Dorf kannte in alle, den die meisten mochten Will Midway. Nachdem er weit in die Prärie geritten war, hielt er Ausschau nach den Kühen. Da Will so beschäftigt war die Gegend nach den Tieren abzusuchen, merkte er gar nicht, dass er immer mehr zur Grenze der roten Tatzen kam. Plötzlich sah er in der Ferne eine Kuh. Sie war allein und humpelte.  Wahrscheinlich wurde sie von der Herde zurückgelassen.  Am besten er nahm das Jungtier mit ins Dorf. Dort konnte man sich um sie kümmern. Schließlich war er ein Cowboy.  Langsam näherte er sich der Kuh. Die wich ängstlich zurück. Will nahm ein Seil, stieg vom Pferd und legte der Kuh das Seil vorsichtig um. Die war zu schwach um sich zu wehren. „Ist ja gut. Jetzt bist du in Sicherheit“, flüsterte Will der Kuh beruhigend zu. Gerade wollte er sich selbst in den Sattel schwingen als jemand rief: „Was tust du auf unserer Seite, Weißer?“

 

Will drehte sich abrupt um und blickte in die smaragdgrünen Augen einer Indianerin. „Was willst du denn hier“, fragte er überrascht.

 

„Dasselbe habe ich dich gefragt“, sagte die Indianerin kalt. DU bist derjenige, der hier auf unserem Land steht.“

 

Erst jetzt bemerkte Will, dass er wirklich auf der Seite der Indianer stand. Er lief dunkelrot an. „Ja also“, murmelte er.

 

„Ich denke mal, das wird nicht wieder vorkommen“, unterbrach das Mädchen ihn.

 

Will räusperte sich. „Ich bin Will Midway und es tut mir wirklich leid, dass ich auf eurem Tutorium stehe. Es kommt nicht wieder vor“, tat Will auf cool und setzte eines seiner schönsten Lächeln auf.

 

„Ich bin Aufgehende Sonne und komme vom Stamm der roten Tatzen. Ich glaube die freut es nicht, wenn sie dich hier erwischen“, meinte die Indianerin spitz und schaute den Cowboy an.

 

Will nickte schnell. „Natürlich auf Wiedersehen.“ Er schwang sich in den Sattel, schaute Aufgehende Sonne noch einmal an und ritt los. Die Kuh an seinem Seil trottete wie ein Hund langsam neben ihm her. Die ganze Zeit konnte er nur noch an Aufgehende Sonne denken.                          

 

Als Aufgehende Sonne im Dorf angekommen war schüttelte sie sich. Dieser Will war wirklich merkwürdig gewesen. Wieso ging er ihr nicht aus dem Kopf? Da rissen ein paar Indianerkinder Aufgehende Sonne aus ihren Träumen. „Du Aufgehende Sonne“, sagte Lara, eines der Kinder. „Du wolltest mir und Lucy doch ein paar Übungen zum Bogenschießen zeigen.

 

 „Wir haben uns auch schon Pfeil und Bogen geholt“, ergänzte Lucy.

 

 „Ach ja stimmt“, fiel Aufgehende Sonne ein.

 

Da gesellte sich Mia zu den dreien. „Hallo Aufgehende Sonne“, rief sie. Plötzlich wurde sie leiser.  „Kannst du mir nicht helfen ein Geburtstagsgeschenk für Jenny zu machen?“, flüsterte sie und schaute zu Jenny, die in der Nähe gerade eine Decke flickte.

 

„Gerne“, sagte Aufgehende Sonne. Jenny hatte bald Geburtstag und das wollten natürlich alle feiern! Aufgehende Sonne ging mit Lara und Lucy zum Bogenschießwand. Hier konnten sie üben.  Aufgehende Sonne spannte den Bogen und konzernierte sich auf den Punkt. Doch sie schoss daneben. Was war nur los mit ihr? Wieso dachte sie die ganze Zeit an diesen Will?

 

 „Alles in Ordnung? Du scheinst ja nicht ganz bei der Sache zu sein“, fragte Lara und schaute Aufgehende Sonne besorgt an.

 

 „Nein, nein es ist nichts“, antwortete Aufgehende Sonne schnell. „Lucy, versuch du es doch mal!“

 

Zwei Tage waren vergangen seit Will Aufgehende Sonne begegnet war. Er konnte nicht aufhören an sie zu denken. Schließlich fasste er einen Entschluss. Er musste sie wiedersehen. Schnell lief er zu Woody sattelte, trenzte ihn und schwang sich auf seinen Rücken.  Da kamen Mona und Nana auf ihren Pferden angeritten. „Wo willst du hin Will?“, fragte Mona und klopfte ihrem Pferd Blacky den Hals.

 

 „Ich muss schnell weg“, rief Will und galoppierte los.

 

 Mona und Nana starrten ihm nach. „Der war aber komisch“, bemerkte Nana.

 

 „Ja“, meinte Mona „Wo der wohl hinwollte?“

 

Aufgehende Sonne erging es im Dorf nicht anders. Vielleicht kam dieser Will mal wieder an die Grenze. Aufgehende Sonne schluckte. Letztes Mal war sie zu unfreundlich zu dem Cowboy gewesen. Schließlich wollte er sich nur um die Kuh kümmern. Aufgehende Sonne schwang sich auf ihr Pferd und trabte zur Grenze der Cowboys.  Als Aufgehende Sonne an der Grenze ankam, schüttelte sie den Kopf. Warum war sie eigentlich hergekommen? Doch plötzlich sah sie in der Ferne einen Reiter. Er kam immer näher, bis er schließlich vor ihr stand. Und zwischen ihnen war die Grenze eine rote Linie die die roten Tatzen und das Dorf der Cowboy immer neu zeichneten.

 

„Hallo“, sagte der Cowboy. Es war ER: Will.

 

„Hallo“, murmelte Aufgehende Sonne und senkte den Kopf.

 

„Ich wollte mich entschuldigen, weil ich letztens nicht sehr nett zu dir gewesen bin.“

 

Will lächelte sie freundlich an. „Schon in Ordnung“, meinte er.  Und dann erzählten sie sich ein bisschen von ihrem Zuhause. Während sie so nebeneinander her ritten, redete Aufgehende Sonne wie ein Wasserfall. Sie erzählte von ihrem Stamm, den Festen am Lagerfeuer von den Indianerkindern, von den Ponys und so weiter.  Doch da schaute Aufgehende Sonne zum Himmel.

 

„Ach herrje schon Sonnenuntergang“, rief Aufgehende Sonne. Ich muss sofort nach Hause.

 

Doch Will hielt sie zurück: „Warte, wollen wir uns wiedertreffen?“

 

Aufgehende Sonne zögerte. Will war wirklich nett. „Ja“, sagte sie. „Bei Sonnenuntergang am Wasserfall?“, fragte sie.

 

„Ich werde da sein“, lachte Will, klopfte Woddys Hals und ritt davon.

 

Die nächsten Tage verbrachten Will und Aufgehende Sonne zusammen. Sie machten Ausritte durch die Prärie, Aufgehende Sonne brachte Will das Bogenschießen bei und er zeigte ihr wie man ein richtiges Lasso schwingt. Die beiden hatten viel Spaß zusammen. Sie schlichen sich immer öfter aus ihren Dörfern. Genau das merkten die Kinder in Wills Dorf. Nana, Emma, Mona und Maya saßen am Kuhgatter und berieten sich. „Ich möchte wissen, warum er dauernd ausreitet“, fragte sich Emma.

 

„Ja, und er grinst immer so glücklich, wenn er wieder kommt“, sagte Mona.

 

„Wir müssen etwas unternehmen!“, rief Maya. „Den Erwachsenen ist es nicht aufgefallen, dass Will so komisch ist. Also werden wir die Sache aufklären“, erzählte sie eifrig weiter.

 

„Du meinst wir folgen ihn, wenn er wieder ausreitet?“ Emma sah sie fragend an. Maya nickte und auch Mona stimmte zu.

 

„Cool!“, Emma klatschte begeistert in die Hände.

 

Im Dorf der roten Tatzen hatten die Indianerkinder sich ebenfalls entschlossen, Aufgehende Sonne zu folgen. „Aufgehende Sonne reitet immer Richtung Wasserfall“, meinte Mia.

 

„Aber da ist die große Schlucht!“ Lena sah sie erschrocken an. „Das ist zu gefährlich.“

 

„Wir müssen trotzdem morgen aufbrechen und Aufgehende Sonne folgen“, sagte Lucy entschlossen.

 

„Aber da habe ich doch Geburtstag!“ Jenny war entsetzt.

 

„Keine Sorge, Jenny. Morgen klären wir alles auf und abends feiert der ganze Stamm deinen Geburtstag!“, beruhigte Mia sie.

 

 „Na gut!“, murmelte Jenny wenig überzeugt.

 

Am nächsten Tag machten sich die Kinder auf dem Weg. Die Cowboykinder folgten Will, die Indianerkinder Aufgehende Sonne. Leise und flink folgten die Indianerkindern Aufgehende Sonne. Sie versteckten sich im Gebüsch. Hinter ihnen breitete sich die große Schlucht aus. Die Freunde beobachteten wie Aufgehende Sonne auf einen Mann zu zuging.

 

„So ist das also. Sie trifft sich mit jemand“, flüsterte Lucy und schaute zu wie sich Aufgehende Sonne und der Mann umarmten.

 

„Das ist nicht irgendein Mann sondern ein Cowboy, unsere Feinde“, sagte Jenny.

 

Doch Mia unterbrach sie „Seht nur“, rief sie aufgeregt und zeigte auf ein Gebüsch neben ihnen das sich bewegte. Lara und Lucy schreckten zurück. Plötzlich kommen aus dem Gebüsch vier Cowgirls herausgekrochen. Mona, Maya, Nana und Emma.

 

 „Was macht ihr denn hier“, sagen alle gleichzeitig.

 

„Verfolgt ihr die Indianerin?“, fragte Mona. „Wir verfolgen nämlich Will aus unserem Dorf. Ich glaube sie treffen sich immer hier.“

 

Alle steckten die Köpfe zusammen und fingen an alle durcheinanderzureden. Dabei bemerkten sie nicht, dass Nana immer mehr zur Schlucht getrieben wurde und plötzlich stolperte sie und fiel in die Schlucht.

 

„Ahhhhhh!“, schrie Nana.

 

Jenny reagierte blitzschnell, rannte an den Abgrund und konnte Nana gerade noch so festhalten. Doch Nana war zu schwer und riss Jenny mit sich.

 

 „Hilfe.“ Beide konnten sich gerade noch an einem Ast festhalten.

 

 „Oh nein“, riefen die anderen.  Lara, Lucy und Emma legten sich auf dem Bauch um nach Jennys und Nanas Händen zu greifen.

 

 „Wir holen Hilfe!“, rief Mia und lief mit Mona los. In der Ferne sahen sie Aufgehende Sonne und Will.

 

 „Will! Aufgehende Sonne! Ihr müsst uns helfen! Jenny und Nana sind in die Schlucht gefallen! Ihr müsst uns helfen!“ Will und Aufgehende Sonne schauten sich erschrocken an. Dann liefen sie los. „Hilfe“, schrien Jenny und Nana. „Wir können uns nicht mehr lange halten. Will und Aufgehende Sonne packten Jenny und Nana an den Händen. Jennys Herz klopfte. Nanas hatte Tränen in den Augen. Alle zusammen zogen sie die beiden hoch.

 

„Puh ihr habt uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt“, rief Emma und umarmte Nana. „Könnt ihr uns mal erklären, was ihr hier macht“, fragte Aufgehende Sonne und stemmte die Hände in die Hüften. Das mussten die Kinder ihnen wohl.

 

Am Ende lachte Will. „Ihr wart wirklich schlau. Nur macht sowas besser nie wieder“, meinte er.

 

„Und jetzt?“, fragte Maya.

 

„Jetzt feiern wir endlich meinen Geburtstag“, rief Jenny. „Ihr seid alle eingeladen!!“ Aufgehende Sonne nickte. „Unser Stamm wird dir Dankbar sein, dass du ein Kind von unserem Stamm gerettet hast“, sagte sie zu Will.

 

Und dann gingen sie alle ins Dorf. Nachdem die roten Tatzen hörten, was passiert war hießen sie den Cowboy und die Kinder Willkommen. Abends tanzten alle um das große Lagerfeuer herum. Jenny lachte und hüpfte fröhlich in die Luft. Von dem Tag an waren die Cowboys und der Stamm rote Tatze Freunde. Und sie lebten friedlich und glücklich zusammen. Und wenn die Cowgirls und Indianerkinder nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.

 

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